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Mathilde

Geschichten aus dem Tierschutz > Sonstige

Taube Mathilde

Als wir noch in einem Hochhaus wohnten, landete eines Sommertages eine junge Taube mit letzter Kraft bei uns auf unserem Balkongitter. Dann stürzte sie runter auf den Balkonboden, weil sie nicht mehr genug Kraft hatte und fand sich hinter einigen Eimern wieder. Sie kam aber nicht mehr hervor, und erst fürchteten wir, sie hätte es nicht überlebt. Das war Gott sei Dank nicht der Fall. Vorsichtig holten wir sie hervor, tasteten sie erstmal ab und untersuchten die Flügel noch mal genau. Alles in Ordnung.
Sie war einfach nur müde, entkräftet und hungrig, die Augen ganz klein - sie konnte einfach nicht mehr weiterfliegen. In der Ecke vom Balkon machten wir eine Holzkiste fertig, versorgten die Taube mit Körnerfutter und Wasser und ließen sie dann erstmal einen Tag in Ruhe, damit sie wieder zu Kräften kommen konnte. Wir rechneten damit, dass sie fortflog, sobald sie sich erholt hätte.

Dies war jedoch nicht der Fall. Die junge Taube war für die ihr angebotene Hilfe
nicht nur dankbar, sie war auch extrem neugierig. Nach einer Woche stolzierte sie auf Balkon und Balkongitter herum, konnte sich aber noch zu keinem Flug entschließen. Stattdessen schielte sie durch die Fenster und die Balkontür herein, vielleicht hielt sie das Wohnzimmer für einen großen leeren Taubenschlag.



Nach einer Woche inspizierte sie das Wohnzimmer und geisterte um den Tisch herum. Dann flog sie auf den Tisch, trampelte herum und verlangte lautstark ihr Futter. Wir zeigten ihr den Ausgang, aber sie kam immer wieder zu uns herein. Als feststand, dass sie erstmal nicht weiterfliegen würde, tauften wir unsere neue Hausgenossin Mathilde. Mathilde wurde immer zutraulicher und auch selbstbewusster. Und kräftiger. Dann erfolgte der erste kurze Flug. Einmal um das Haus herum, aber pünktlich zur Essenszeit fand sie sich wieder ein, trampelte durch Wohnzimmer und Küche und holte sich ihr Futter ab. Gab es nichts, oder nicht schnell genug, konnte Mathilde erstaunlich laut und dreist werden. Dann sprang sie auf den Deckel der Schachtel mit den Körnern und hackte mit dem Schnabel darauf herum.

Mit der Zeit wurden ihre Rundflüge weiter und länger. Oft saß sie auf einem der gegenüberliegenden Dächer. Wir brauchten nur zu pfeifen, dann kam sie auf unseren Balkon oder, wenn sie zu weit weg war, klapperten wir mit der Futterdose, dann kam sie noch schneller. Mit der Zeit sammelten sich zur Fütterungszeit auf einigen Balkons die ersten Schaulustigen, die gerne beobachteten, wie wir die Taube lockten und sie sofort kam, egal wo sie saß. Sie staunten und bald gab es für uns die ersten Tüten mit Körnerfutter-Spenden.
Die hatten ja keine Ahnung, dass unsere Hausgenossin uns mittlerweile voll im Griff hatte. Als ich einmal ein Mittagsschläfchen gemacht hatte und aufwachte, fand ich Mathilde neben mir auf dem Kopfkissen. Sie hatte den
Kopf unter dem Flügel und schlief einen vertrauensvollen Schlaf des Gerechten. Leider haben wir davon kein Foto gemacht.

Als die Tage kühler wurden, wurden auch die Ausflüge noch länger. Dann kam Mathilde nur noch alle 2-3 Tage zu uns, dann nur noch 1 x in der Woche, zum Schluß blieb sie ganz fort. Sie kam nie wieder zu uns, aber wir haben diese erstaunliche kleine Taube niemals vergessen.
Hoffentlich hat sie in ihren heimatlichen Taubenschlag zurückgefunden.



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