Vier Pfötchen-Viersen


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Jerry

Geschichten aus dem Tierschutz > Katzen

Geschichten aus dem Alltag der Pflegestellen

"Jerry´s Geschichte"


Ich hatte den graugetigerten Kater „Jerry" in Pflege – er war Fremden gegenüber scheu. Bis er bei mir „auftaute", brauche ich auch einige Zeit. Jerry war ein ausgesprochen hübscher Kater, und die Interessenten ließen nicht lange auf sich warten.

Als erstes kam ein Pärchen mit angeblicher Katzenerfahrung. Die Leute betraten meine Wohnung - und Jerry war verschwunden. Ich musste ihn eine ganze Weile suchen – meine Besucher wurden bereits ungeduldig - , schließlich fand ich den Kater hinter einem Schrank.

Ich setzte ihn auf den Kratzbaum, damit seine Interessenten ihn sehen konnten. Als das Paar sich vom Sessel erhob, verschwand Jerry in der Höhle des Kratzbaums.
Die „katzenerfahrenen" Leute klopften auf die Höhle des Kratzbaumes und sagten, sie hätten nicht den ganzen Tag Zeit und er solle endlich herauskommen. Ich schlug vor, dass die beiden sich wieder hinsetzen und sich ruhig verhalten sollten. Dann nahm ich Jerry aus der Höhle heraus und auf meinen Arm, so dass die Leute ihn sehen konnten. Das Paar sprang auf und wollte Jerry anfassen!

Das war zuviel für den Kater und auch für mich! Ich sagte den beiden ganz offen, dass Jerry nicht zu ihnen passt, er brauche ruhige Menschen mit Geduld und Einfühlungsvermögen. Wie zur Bestätigung schoß Jerry von meinem Arm herunter, rannte in den Flur und stellte sich dort „tot".

Meine Besucher gingen sauer in Richtung Wohnungstür und meinten beim Rausgehen, sie hätten langjährige Katzenerfahrung, aber so etwas sei ja unnormal –
der Kater wäre gestört! Nachdem die Tür zugefallen und die Leute endlich fort waren, war ich fertig mit den Nerven. Ich nahm Jerry zurück auf meinen Arm und legte ihn dann unter die Bettdecke.

Dann ging ich zurück ins Wohnzimmer und schüttete mir ein Glas Likör ein, und dann kamen mir die Tränen: der arme Jerry! Hoffentlich stirbt der nicht vor Angst, dachte ich. Wie soll ich den nur vermitteln? Die Leute haben fast alle keine Geduld. Bei mir ist er doch so schmusig. Während ich traurig im Wohnzimmer saß, merkte ich auf einmal, dass Jerry neben mir saß, mich anguckte und qietschvergnügt und entspannt schnurrte. Er sah mich mit einem schelmischen Gesichtsausdruck an, als wollte er sagen:
„Habe ich gut gemacht, nicht wahr? Jetzt sind die endlich weg!"

Es kamen und gingen noch einige andere Interessenten, die auch alle keine Geduld hatten. Die nächsten Leute meldeten sich, und ich erklärte ihnen wiederum, dass Jerry ängstlich ist und dass er Menschen mit Geduld braucht. Wir unterhielten uns eine Weile am Telefon, ich bekam ein „gutes Bauchgefühl" und war mit einem ersten Besuch einverstanden.

Sie betraten mein Schlafzimmer, und Jerry saß auf dem Kleiderschrank. Die Frau stellte sich auf einen Stuhl, um mit Jerry Kontakt aufzunehmen, er war nicht besonders erfreut darüber, lief aber auch nicht weg. Die Leute entschieden sich für ihn, ich holte ihn also vom Schrank runter, packte ihn in eine Transportbox, und gab ihn den beiden sofort mit!

Nach ein paar Tagen traf ich das Paar noch einmal, und sie erzählten mir, dass Jerry unter der Couch sitzt und sich weigert, zu fressen. Ich mahnte zur Geduld, Geduld und nochmals zur Geduld. Es ist noch kein Kater vor einem vollen Futternapf verhungert. Auch Jerry hat zuerst eine Woche durchgehalten und dann heimlich nachts gefressen. Nach wie vor versteckte er sich aber vor den neuen Dosenöffnern.

Nach einer weiteren Woche kam er langsam unter der Couch hervor und begann, seine neue Umgebung zu erkunden. Es dauerte aber noch weitere drei Wochen, bis seine Leute ihn anfassen durften.
Dann war aber endlich das „Eis gebrochen", und Jerry übernahm das Kommando in der Wohnung. In dieser Zeit habe ich ihn dort auch einmal besucht – er wollte übrigens nichts mehr von mir wissen!.

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